Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters

Dr. Björn Schlier

Wissenschaftlicher Mitarbeiter (Post-Doc)
Email: schlier[at]uni-wuppertal.de
Tel.: 0202-439 5502
Raum: RG3.03.023

Seit Oktober 2023 bin ich wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters an der Bergischen Universität Wuppertal. Als approbierter Psychologischer Psychotherapeut mit Fachkunde Verhaltenstherapie bin ich sowohl in der klinisch-psychologischen Forschung, psychotherapeutischen Praxis und in der Ausbildung angehender Psychotherapeut*innen im Masterstudiengang tätig.

Forschung

Im Zentrum meiner Forschung steht die Frage, wie psychische Symptome im Alltag entstehen, sich verändern und durch psychotherapeutische Interventionen beeinflusst werden können. Ein langjähriger Schwerpunkt liegt auf paranoidem Denken, Wahnerleben und Halluzinationen. Dabei untersuche ich insbesondere, wie soziale Belastungen, Stress, negative Affekte und kognitive Prozesse zur Entstehung und Aufrechterhaltung psychotischer Erfahrungen beitragen. Aktuelle Arbeiten befassen sich unter anderem mit Diskriminierung und Paranoia sowie mit der Abgrenzung psychopathologischer Prozesse von nachvollziehbaren Reaktionen auf reale soziale Belastungen.

Seit meinem Wechsel an die Bergische Universität Wuppertal habe ich diese Forschung verstärkt auf das Jugend- und junge Erwachsenenalter ausgeweitet. Im Mittelpunkt stehen Risiko- und Schutzfaktoren für psychische Gesundheit sowie deren Dynamik im Alltag. In meiner Beteiligung an der AWARE-Studie beschäftige ich mich beispielsweise mit den Zusammenhängen zwischen Diskriminierung und Paranoia bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Weitere Arbeiten untersuchen familiäre und interpersonelle Einflussfaktoren auf Depression, Suizidalität und psychotherapeutische Behandlungsverläufe im Jugendalter.

Methodisch liegt ein Schwerpunkt auf longitudinalen und intensiv-längsschnittlichen Verfahren wie Ecological Momentary Assessment (EMA), Daily-Diary-Designs sowie Therapieprozess- und Verlaufsanalysen. Ergänzend beschäftige ich mich mit ambulanten physiologischen Sensoren und datenbasierten Prädiktionsverfahren. Ziel ist es, psychische Symptome und ihre Einflussfaktoren möglichst nah an ihrem tatsächlichen Auftreten im Alltag zu erfassen.

Ein weiteres Querschnittsthema ist die Entwicklung und Validierung psychologischer Messinstrumente, insbesondere kurzer und veränderungssensitiver Verfahren für ambulante Erhebungen sowie Instrumente zur Erfassung psychotischer Erfahrungen. 

Darüber hinaus beschäftige ich mich mit Einstellungen gegenüber psychischen Störungen, Stigmatisierung und der Frage, welche Bedingungen einen diskriminierungsfreien und selbstbestimmungsfördernden Umgang mit psychisch erkrankten Menschen unterstützen.

Übergreifend möchte ich durch die Verbindung von Psychopathologie-, Psychotherapie- und Methodenforschung dazu beitragen, psychische Belastungen besser zu verstehen und Ansatzpunkte für Diagnostik, Prävention und psychotherapeutische Behandlung abzuleiten.

Lehre

Mein Lehrschwerpunkt liegt im Masterstudiengang Psychologie mit Schwerpunkt Klinische Psychologie und Psychotherapie, insbesondere in der praxisnahen Vorbereitung auf die psychotherapeutische Tätigkeit.

Ein zentraler Bestandteil ist meine Beteiligung an der Berufsqualifizierenden Tätigkeit II (BQT II), insbesondere im Modul Vertiefte Praxis der Psychotherapie II mit Schwerpunkt Kinder und Jugendliche. Darüber hinaus beteilige ich mich an den Vertiefungsseminaren Ausgewählte Themen der Störungs- und Verfahrenslehre, unter anderem zu psychotischen und affektiven Störungen, Persönlichkeitsstörungen sowie klinisch-psychologischen Fragestellungen im Zusammenhang mit Sexualität.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Betreuung und Koordination studentischer Abschlussarbeiten. Im Projektstudium des Arbeitsbereichs koordiniere ich insbesondere die Durchführung von Bachelorarbeiten und begleite Studierende von der Entwicklung der Forschungsfrage über Studienplanung und statistische Auswertung bis zur wissenschaftlichen Verschriftlichung.

Weitere Lehrtätigkeiten umfassen Fallseminare, Begleitseminare zu Mastermodulen sowie Veranstaltungen zur Reflexion psychotherapeutischer Praxis.

Psychotherapeutische Praxisschwerpunkte

Als approbierter Psychologischer Psychotherapeut mit Fachkunde Verhaltenstherapie verfüge ich insbesondere über Erfahrung in der Behandlung schwerer psychischer Störungen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf psychotischen Störungen, insbesondere Paranoia und Wahnerleben, Stimmenhören und anderen Halluzinationen sowie dem individuellen Umgang mit psychotischen Erfahrungen im Alltag. Neben der Veränderung belastender Symptome stehen dabei Funktionsfähigkeit, Selbstbestimmung und Lebensqualität im Vordergrund. Wichtig ist mir ein therapeutischer Umgang, der die subjektive Bedeutung ungewöhnlicher Erfahrungen ernst nimmt und zugleich eine gemeinsame kritische Auseinandersetzung mit belastenden Überzeugungen und Verhaltensmustern ermöglicht.

Ein weiterer Schwerpunkt betrifft Stigma und Selbststigma. Dabei interessieren mich insbesondere Antistigma-Ansätze, der Umgang mit internalisierten negativen Vorstellungen über psychische Erkrankungen sowie die Förderung von Autonomie und Selbstbestimmung in psychotherapeutischer und psychiatrischer Versorgung.

Daneben bilden Fragen von Geschlechtsidentität und psychischer Gesundheit einen klinischen Interessenschwerpunkt. Im Mittelpunkt stehen psychotherapeutische Fragestellungen an der Schnittstelle von Identitätsentwicklung, gesellschaftlichen Belastungen und psychischer Symptomatik sowie ein nicht-pathologisierender Umgang mit geschlechtlicher Vielfalt.

Akademischer und Beruflicher Werdegang

seit 10/2023 Wissenschaftlicher Mitarbeiter (Post Doc) Klinische Kinder- und Jugendpsychologie und Psychotherapie an der Bergischen Universität Wuppertal
10/2023 – 10/2026 Ergänzungsqualifikation Kinder- und Jugend-Psychotherapie (DGVT Münster)
12/2021 Approbation zum Psychologischen Psychotherapeuten (Fachkunde Verhaltenstherapie)
09/2019 – 09/2023 Wissenschaftlicher Mitarbeiter (Post Doc) Klinische Psychologie und Psychotherapie, Institut für Psychologie, Fakultät PB, Universität Hamburg
03/2019 Promotion in Psychologie an der Universität Hamburg (Dr. rer. nat., summa cum laude)
10/2015 – 09/2021 Weiterbildung psychologischer Psychotherapeut an der PTA Hamburg
10/2014 – 06/2019 Wissenschaftlicher Mitarbeiter (Prä Doc) Klinische Psychologie und Psychotherapie, Institut für Psychologie, Fakultät PB, Universität Hamburg
10/2012 – 09/2014 M.Sc. in Psychologie, Universität Hamburg
10/2009 – 09/2012 B.Sc. in Psychologie, Universität Hamburg

Laufende und abgeschlossene Drittmittelprojekte

05/2022 – 09/2023 A machine learning approach to predicting momentary psychotic symptom episodes in daily life using ambulatory sensor data (Ideen- und Risikofond UHH; Gefördert im Rahmen der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern)
01/2021 – 06/2023 Fostering mental health during social distancing - from longitudinal surveys to online self-help interventions (Gefördert von der Volkswagenstiftung, Förderprogram „Corona Crisis and Beyond“).

Ausgewählte Publikationen

Schlier, B., Strakeljahn, F., Kahl, C., & Winkler, K. (2026). Are You Really Paranoid, Just Because They Are After You? Exploring the Underlying Sensitization Processes of Intersectional Discrimination on Everyday-Life Paranoia. Clinical Psychology in Europe, 8(2), 1-20. https://doi.org/10.32872/cpe.19263 

Schlier, B., Wright, A. G., Porta, G., Hamilton, E., Poling, K., Bero, K., ... & Kaurin, A. (2026). The impact of family factors on adolescent intensive outpatient psychotherapy outcomes for suicidal thoughts, behaviors, and depression. Suicide and Life‐Threatening Behavior, 56(3), e70104. https://doi.org/10.1111/sltb.70104 

Mehl, S., Hautmann, C., Schlier, B., Dorn, L. M. L., Ludwig, L., Teismann, T., ... & Lincoln, T. M. (2026). Efficacy of an emotion-oriented cognitive behavior therapy for delusions (CBTd-E) compared to waitlist in a single-blinded randomized-controlled trial. Schizophrenia, 12(1), 29. https://doi.org/10.1038/s41537-026-00737-y 

Kingston, J. L., Schlier, B., Leigh, E., Widyasari, D., & Bentall, R. P. (2025). Social anxiety and paranoid beliefs in adolescents. Jcpp Advances, 5(3), e12280. https://doi.org/10.1002/jcv2.12280 

Strakeljahn, F., Lincoln, T. M., & Schlier, B. (2025). Predicting experiences of paranoia and auditory verbal hallucinations in daily life with ambulatory sensor data–A feasibility study. Psychological Medicine, 55, e114. https://doi.org/10.1017/S0033291725000881

Schlier, B., Winkler, K., & Strakeljahn, F. (2025). The many roads on the affective pathway to psychosis. A S-GIMME-network analysis of the association between negative emotions and psychosis symptom states in everyday life. Cognitive Therapy and Research, 1-11. https://doi.org/10.1007/s10608-025-10688-w 

Loizou, S., Schlier, B., Fowler, D., & Hayward, M. (2025). A network analysis of voice hearing, emotional distress and subjective recovery before and after cognitive behavioural interventions. European Archives of Psychiatry and Clinical Neuroscience, 275(5), 1477-1489. https://doi.org/10.1007/s00406-024-01916-7 

Lincoln, T. M., Schlier, B., Müller, R., Hayward, M., Fladung, A. K., Bergmann, N., ... & Pillny, M. (2024). Reducing distress from auditory verbal hallucinations: A multicenter, parallel, single-blind, randomized controlled feasibility trial of relating therapy. Psychotherapy and Psychosomatics, 93(5), 328-339. https://doi.org/10.1159/000539809

Strakeljahn, F., Lincoln, T., Krkovic, K., & Schlier, B. (2024). Predicting the onset of psychotic experiences in daily life with the use of ambulatory sensor data–A proof-of-concept study. Schizophrenia Research, 267, 349-355. https://doi.org/10.1016/j.schres.2024.03.049

Schlier, B., Ellett, L., Thompson, E., Gaudiano, B., Krkovic, K., & Kingston, J. L. (2024). Measuring paranoid beliefs in adolescents: A Comparison of the Revised-Green et al.’s Paranoid Thoughts Scale (R-GPTS) and the Bird Checklist of Adolescent Paranoia (B-CAP). Research on Child and Adolescent Psychopathology, 52(8), 1319-1327. https://doi.org/10.1007/s10802-024-01187-9

Winkler, K., Lincoln, T. M., Wiesjahn, M., Jung, E., & Schlier, B. (2024). How does loneliness interact with positive, negative and depressive symptoms of psychosis? New insights from a longitudinal therapy process study. Schizophrenia Research, 271, 179-185. https://doi.org/10.1016/j.schres.2024.07.024 

Schlier, B., Lincoln, T. M., Kingston, J. L., So, S. H., Gaudiano, B. A., Morris, E. M., & Ellett, L. (2024). Cross-cultural validation of the revised Green et al., paranoid thoughts scale. Psychological Medicine, 54(9), 1985-1991. https://doi.org/10.1017/s0033291724000072 

Siddi, S., Ochoa, S., Larøi, F., Lincoln, T. M., Schlier, B., Zaytseva, Y., ... & Preti, A. (2024). A cross-national investigation of psychosis-like experiences in five European countries included in the E-CLECTIC study: Psychometric challenges in studying their measurement. Psychiatry Research, 339, 116072. https://doi.org/10.1016/j.psychres.2024.116072

Strakeljahn, F., Lincoln, T. M., Hennig, T., & Schlier, B. (2023). The use of adaptive emotion regulation strategies in people with attenuated psychotic symptoms–Results from a two-week diary study. Schizophrenia Research255, 233-238. https://doi.org/10.1016/j.schres.2023.03.037

Schlier, B., Buck, L., Mueller, R., Lincoln, T. M., Bott, A., & Pillny, M. (2023). Time-dependent effect of antipsychotic discontinuation and dose reduction on social functioning and subjective quality of life–a multilevel meta-analysis. EClinicalMedicine, 65.

Kingston, J. L., Schlier, B., Lincoln, T., So, S. H., Gaudiano, B. A., Morris, E. M. J., ... & Ellett, L. (2023). Paranoid Thinking as a Function of Minority Group Status and Intersectionality: An International Examination of the Role of Negative Beliefs. Schizophrenia Bulletin, 49(4), 1078–1087. https://doi.org/10.1093/schbul/sbad027

Denecke, S., Schlier, B., Kingston, J. L., Ellett, L., So, S. H., Gaudiano, B. A., ... & Lincoln, T. M. (2023). Differentiating paranoia and conspiracy mentality using a network approach. Scientific Reports, 13(1), 22732. https://doi.org/10.1016/j.eclinm.2023.102291 

Kingston, J. L., Parker, A., & Schlier, B. (2022). Effects of paranoia on well-being in adolescents: A longitudinal mediational analysis. Schizophrenia Research243, 178-180. https://doi.org/10.1016/j.schres.2022.03.009

Kooperationspartner:innen

Richard Bentall, University of Sheffield

Annika Clamor, Universität Hamburg

Mark Hayward, University of Sussex

Pamela Jacobsen, University of Bath

Jessica Kingston, Royal Holloway University of London

Katarina Krkovic, Universität Hamburg

Eleanor Leigh, University of Oxford

Tania Lincoln, Universität Hamburg

Stephanie Mehl, Universitätsklinikum Gießen und Marburg

Matthias Pillny, Universität Hamburg

Editorial Board

Seit 10/2022 (Associate Editor) Psychology and Psychotherapy: Theory, Research and Practice

zuletzt bearbeitet am: 26.08.2026